Nerdkrams
Console2 und PyCmd: cmd für Fortgeschrittene

(Aus Gründen folgt ein weiterer Beitrag aus der beliebten Reihe „langweiliges Computerkrams”. Ich bitte um freundliche Apathie.)

Linuxnutzer belächeln oft die Windows-Textkonsole command bzw., in NT-basierten Versionen, cmd, da sie funktional Unix-Shells wie der Z-Shell (zsh) nicht viel entgegenzusetzen habe.

Dass auch überzeugte, Windows nur müde belächelnde Linuxnutzer ohne externe Befehle wie grep, ack und ls, die übrigens allesamt auch für Windows verfügbar sind (ls und grep etwa hier), nicht viel Freude an ihrer Shell hätten, wäre ein guter Einstieg in ein Streitgespräch mit ihnen, da ich hier aber gerade keinen Linuxnutzer zur Hand habe, schreibe ich stattdessen etwas anderes.

Auf meinem Windowslaptop nämlich bekomme ich cmd nur selten zu sehen, allzu aufregend ist der Anblick auch wahrlich nicht:

Bereits vor vielen Monaten aber fand ich Gefallen an Console2. Console2 ist eine freie, alternative Oberfläche für eine (einstellbare) Shell unter Windows-Systemen, die einige Zusatzfunktionen bietet, etwa zusätzliche Tastenkürzel, umfangreich konfigurierbare Tabs, Alphatransparenz und eine (abschaltbare) Symbolleiste. So verschafft man sich Bedienkomfort, ohne sich umgewöhnen zu müssen, denn Console2 sieht zwar nicht mehr aus wie cmd, fühlt sich aber genau so an:

Console2, mittels ac’tivAid (ich erwähnte es hier schon einmal) auf eine gut erreichbare Tastenkombination gelegt, ist zwar ein durchaus nicht unkomfortables Werkzeug, in der Standardkonfiguration jedoch nur wenig funktionsreicher als das triste cmd. Hier tritt PyCmd auf den Plan. (Der arme Plan!)

PyCmd, so steht’s in der Datei README.txt, ist eine Erweiterung für die Eingabeaufforderung von Windows (eben cmd) mit dem Ziel, einige der aus Unix bekannten Shellfunktionen wie eine „intelligente” Befehlsvervollständigung, ein Befehlsverlauf auch über Sitzungen hinweg und einige weitere bereitzustellen. PyCmd ist im Wesentlichen eine Sammlung kompilierter Python-Skripte und lässt sich, Kenntnisse in dieser Sprache vorausgesetzt, quasi beliebig erweitern.

Um es zu installieren, genügt es, das .zip-Archiv in ein beliebiges Verzeichnis zu entpacken, im Beispiel C:\Program Files\PyCmd. Startet man aus diesem Verzeichnis heraus PyCmd, so wird man von einem irgendwie anders aussehenden Konsolenfenster überrascht:

„PF” steht hier für „Program Files”. PyCmd kürzt Pfadnamen standardmäßig ab, um Platz zu sparen, was gutzuheißen ist, denn so bewahrt man auch in tief verschachtelten Verzeichnissen ein wenig Übersicht, ohne versehentlich in einer falschen Verzeichnisebene zu arbeiten. Die Funktionen, die PyCmd bereitstellt, sind für Umsteiger beeindruckend und zu vielfältig, um sie an dieser Stelle angemessen würdigen zu können. Neben dem „dauerhaften” Befehlsverlauf ist aber auch und vor allem die schnieke Pfad- und Befehlsvervollständigung via Tab- bzw. Pfeiltaste zu nennen. Während nämlich cmd nur die ersten Zeichen liest und den Benutzer bei Bedarf mittels Tabulatortaste zwischen den dann noch möglichen Alternativen umschalten lässt, spendiert PyCmd direkt eine Befehlsübersicht und kann im Befehlsverlauf auch Teiltreffer finden:

Übrigens funktionieren auch Platzhalter (*, ?). Nun haben wir ein mächtiges Kommandozeilenprogramm (PyCmd) und eine hübsche Oberfläche, aber betrachteten bisher beides getrennt voneinander. Allerdings erwähnte ich oben, der Interpreter, den Console2 nutzt, sei einstellbar. Da liegt es doch nahe, die beiden Anwendungen miteinander zu verknüpfen.

Das geht direkt aus Console2 heraus: Im Einstellungsdialog (standardmäßig via Strg+S aufzurufen) unter „Console” ist der vollständige Pfad der Datei PyCmd.exe einzutragen.

Fortan begrüßt den Anwender beim Start von Console2 der PyCmd-Prompt.

Etwaige Ergänzungen oder Anregungen bitte ich im Kommentarfeld zu hinterlassen. :)

Senfecke

Bisher gibt es 5 Senfe:

  1. Toll. *lächel*

  2. Und das Tollste: ElsterFormular geht.

  3. Warum hackst Du immer wieder auf dem einzigen, jedoch unbedeutenden Nachteil von Linux herum, den ich nur mal ganz am Ende eines Textes beiläufig erwähnt hatte? Die Frage impliziert die Antwort: Es existieren keine signifikanten Nachteile.

  4. Wo liegt denn der signifikante Vorteil?

  5. PINGBACK: Hirnfick 2.0 » Schöner sichern unter Windows (Teil 2): Alternativen zu rsync

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